Samstag, 9. Juni 2018

Ab jetzt esse ich gesund - die erste Hürde

Blick in meinen Lkw-Kühlschrank: Sieht verdammt gesund aus, ist es auch... Bild: Icke
Normalerweise hilft es mir ja immer, wenn ich über die Dinge ein wenig schreibe. Auf diese Weise verarbeite ich meinen Alltag schneller und spare mir den ansonsten wahrscheinlich notwendigen Psychologen. Dabei kann ich prinzipiell problemlos über alte Schwächen wie Drogen, Zigaretten, Alkohol und andere lustige Dinge reden und schreiben. Nur beim Thema Essen, da habe ich irgendwie einen Klotz im Kopf.

Deswegen schreibe ich zum laufenden Projekt hier nur sporadisch ein paar Infos rein denn ich weiß noch nicht wie lange ich das durchhalte. Immer wenn ich über meine gesunde Ernährung eine blogmäßige Aufarbeitung plane, ist es mit dem eisernen Willen auch schon wieder vorbei. Heute mal zum Thema Leberfasten (nach Dr. Worm)...

Kein billiger Spaß

Zuerst einmal muss man wissen, dass es sich hier um eine ärztlich überwachte 14-tägige strenge Fastenkur handelt. Alles total professionell, nichts selbst zusammen gewurschteltes, bei dem man immer nicht weiß ob man jetzt alles richtig gemacht hat oder doch nicht. Dann muss man als zweites wissen, dass dies ein teurer Spaß ist, knapp 280,- Euronen musste ich beim ersten Treffen dafür hinblättern, dass ich ab jetzt nichts mehr essen darf.

Ab dann heißt es, dreimal täglich einen Eiweiß-Shake trinken und mittags und abends noch mit jeweils 100 Kalorien Gemüse oder Rohkost (ja ja, N U R  Gemüse, nicht anderes) anzureichern. Unter uns, das ist schon eine verdammt harte Nummer, wenn du im Sommer an allen Ecken einen dümmelnden Grill mit duftendem Grillgut in der Nase hast. Es gibt körperwarmen Kräutertee statt kühlem Bier, gesalzenen Kefir statt Eis und statt Bratwurst und Sparerips lutscht man ein Kirschtomätchen aus. Na sauber!

Unterwegs ist es besonders schwer

Wie es der Berufsalltag so will, passt sich dieser ja nicht automatisch an meine ganz persönlichen Gesundheitsexperimente an. Also musste ich am Donnerstag unvorbereitet und mal wieder gaaanz schnell nach Mühlhausen in Thüringen fahren. Das bedeutet für mich, essen und schlafen unterwegs. Damit stand ich also unversehens vor der ersten Feuerprobe für mein neues Ernährungskonzept, denn Zuhause haben sich die Abläufe eingespielt aber unterwegs ist es ja fast unmöglich, sich ohne industriell verarbeitete Lebensmittel zu ernähren.

Eine tatsächliche Feuerprobe unter verhärteten Bedingungen wurde das Ganze dann, als ich feststellte, das ich nicht genug Pulver für meinen Eiweiß-Shake dabei hatte. Anfangs keimte kurz der Gedanke auf, dass ich dann natürlich eine Ausnahme vom Fasten machen muss, dann aber wollte ich es wirklich wissen und überlegte mir, wie ich trotzdem durchhalten könnte.

Was soll ich sagen? Es hat geklappt. Das berüchtigte Autohofessen und die allseits gefürchtete Autobahnraststätte fielen flach wegen is nich. Icke also zum Discounter enkooofen, wa. Es war tatsächlich nicht einfach, an all den Versuchungen vorbei zu laufen, aber ich kaufte tatsächlich nur Mineralwasser, ein paar Tomätchen, Radieschen, Pilze und kleine Snack-Paprika. Am Ende war ich stolz wir Bolle, zu wissen, dass ich all den Verführungen im Laden widerstehen konnte. Da hat es sogar ein wenig Spaß gemacht, zu erleben, das man sich den dämonischen Versuchungen der Werbeindustrie erfolgreich widersetzen kann, wenn man es wirklich will.

Weiche von mir, Satanas...

Hört sich lustig an, der Satz, hat aber einen wahren Kern (und für alle Klugscheißer, es stimmt, die Überschrift ist geklaut vom Vers Matthaeus 16:23, in dem Jesus sich zu Petrus umdreht und sagt "kennst Du schon den..." äh ich meine "Hebe dich, Satan, von mir! du bist mir ärgerlich; denn du meinst nicht was göttlich, sondern was..." den Rest kennt du ja). Wow bin ich heute witzig, scheint am Fasten zu liegen (dazu schreibe ich noch was - also zum Fasten).

Was ich sagen will ist, dass es ungemein hilft, die kleinen Dämonen aus dem direkten Dunstkreis fernzuhalten. Ebenso wie Facebook, Populismus, Drogen und kriminellen Umgang muss man sich auch vom ungesunden Essen so weit wie möglich fern halten. Niemand kann den ununterbrochen auf einen einprasselnden Versuchungen dauerhaft widerstehen. Deshalb meide ich ab jetzt unter anderem Raststätten und Autohöfe. Lieber stelle ich mich, wie es sonst nicht meine Art ist, in ein Industriegebiet und genieße meine rohen Pilze mit etwas Olivenöl und lutsche ein paar Kirchtomätchen aus. Das Leben kann so einfach sein...