Samstag, 16. Juni 2018

Dilettantische Gedanken zur Asypolitik von Seehofer und Merkel

Regelmäßige Leser kennen meine Freude daran, mir gelegentlich ein paar lustige oder dilettantische Gedanken zur Tagespolitik zu machen. Heute muss ich mal wieder einen raus hauen, nachdem ich gestern beinah vor lachen in die Leitplanke gerauscht wäre. Ich muss da echt mal mit dem WDR 5 sprechen, damit die nicht unangemeldet solche Knallerwitze raushauen, das kann ja echt gefährlich werden wenn man in der Baustelle unerwartet einen Lachanfall bekommt. Auf die aus meiner Sicht grandiose Idee Horst Seehofers, der in eigener Ministerverantwortung in anderen Ländern registrierte Asylsuchende an der Grenze zurück weisen will, erzählt Angela Merkel, dass sie in dieser Frage nationale Alleingänge ablehne. Muhaha.

So eine dreiste Verlogenheit und Unaufrichtigkeit hat schon etwas von Realsatire. Ich kann mich noch erinnern, dass die Mittelmeerländer, allen voran Italien, schon Anfang 2011 um Hilfe flehten, während Deutschland die EU-Kollegen kalt auflaufen und im Regen stehen ließ. So sah die merkelsche europäische Lösung nämlich aus, bevor die ganzen Patienten aus der Levante und Nordafrika und dem Balkan plötzlich auf Schusters rappen zu uns kamen. Insgesamt erscheint mir, dass Merkels Vorstellung nach eine europäische Lösung stets die sein muss, die unserer Regierung gerade genehm ist.

Die Wünsche anderer europäischer Mitgliedstaaten (und ihrer Bürger) haben für Merkel eher kein Gewicht. Kann man so machen aber dann isses halt scheiße. Und weil das so ist wie es ist, sind sich zahlreiche Länder Europas plötzlich einig, es muss eine europäische Lösung geben und die gibt es auch. Horst Seehofer handelt da ganz im Sinne des mehrheitlichen Wählerwillens und gleichzeitig im Sinne der von vielen europäischen Mitgliedstaaten gewünschten Lösung einer harten Asylpolitik. Ist das jetzt wieder Populismus a la AfD? Nö, das sagen die Qualitätsmedien und das sind ja schließlich keine Nazis oder sind das jetzt doch Populisten? Wer kennt sich noch aus? Allein Merkel und ihre Mischpoke sind mit dieser Entwicklung nicht glücklich aber der Wille des Wählers spielt für unsere Regierung ja ohnehin eine nur sehr untergeordnete Rolle solange man fest im Sattel sitzt.

Dabei war die " gemeinsame europäische Lösung" der betroffenen Mittelmeerländer nichts als ein Verzweiflungsakt, der sich derart äußerte, dass man die Flüchtlinge durchziehen ließ, weil man der bloßen Menge nicht Herr wurde. Bei so vielen Leuten war man echt bampf - äh baff. Da durften die Leute auch gerne gleich bis Deutschland laufen und das tun sie dann ja auch brav. Konnte ja niemand damit rechnen, dass die Probleme der anderen zu unseren werden könnten. Oder doch?

Und nun, selbst seit 2015 arg in Bedrängnis gekommen, fordert man völlig überfordert und weitestgehend kopflos von den europäischen Partnern die Hilfe, Entlastung und ein Entgegenkommen ein, dass man selbst nicht bereit war aufzubringen als eben diese anderen um Hilfe baten. Ein solcher Charakterzug sagt so viel über die Menschen aus die uns da regieren, dass ich dies einmal unkommentiert einen Moment lang wirken lassen möchte.

Da wird einem schlecht, bei so viel Schlechtigkeit, stimmts? Das Ergebnis ist dann ja auch hinlänglich bekannt. Deutschland ist heute ein anderes Land als vor zehn Jahren. besser wurde es sicher nicht. Die Asylpolitik wird immer mehr zur Existenzfrage für die EU und ebenso für die Bundeskanzlerin und ihre Regierung. Dabei sind sich die östlichen Mitglieder der EU und ein großer Teil der Menschen in Deutschland längst einig - wir bleiben lieber unter uns. Wer hier nicht hin passt, der muss wieder gehen wenn sein Zuhause sicher ist. Aber das darf man ja nicht mehr laut sagen. Wahrscheinlich sind wir alle Nazis...!?