Sonntag, 17. Juni 2018

Streitthema Abbiegeunfälle bei Lkw

Manchmal springt einem echt der Draht aus der Kappe! Bild: Icke
Einen interessanten Artikel las ich kürzlich bei Jan Bergrath zum Thema Abbiegeunfälle. Für die Überschrift "Wer schützt die Lkw-Fahrer?" bin ich wirklich dankbar, denn Jan macht damit gleich zwei Dinge deutlich: Zum Einen zeigt er, dass ein solcher Unfall keinen Fuhrmann kalt lassen kann. Mit den Selbstvorwürfen, ein Menschenleben auf dem Gewissen zu haben ist das Leben wahrscheinlich im Arsch. Zum anderen schildert er, dass der Fuhrmann nach der derzeitigen Rechtsprechung immer Schuld bei Rechtsabbiegeunfällen ist. Gutachter, Richter und selbsternannte Spezialisten wie Gernot Kramper vom Stern wissen ganz genau, wie man einen großen Lkw um die rechte Ecke fährt.

Eins mal vorweg: Wer Fuhrleuten bei solchen tödlichen Unfällen Fahrlässigkeit oder Achtlosigkeit unterstellt, so wie Stern-Schreiberling Gernot Kramper, disqualifiziert sich bei diesem Thema selbst. Wer nichts zu sagen hat als einseitige Anschuldigungen und blinde Wut rauszuhauen sollte vielleicht ganz die Klappe halten und wieder unter seinen Stein kriechen oder übers Häkeln schreiben. Einfach nur den Hass auf Fuhrleute zu schüren um die eigenen Animositäten zu therapieren ist derart primitiv, dass Herr Kramper aus der Diskussion für konstruktive Lösungsansätze nachhaltig ausscheidet.

Ampelspiegel in Amsterdam
Bild: Wikipedia
Unbestritten ist, dass es immer wieder zu tödlichen Unfällen beim Rechtsabbiegen großer Lkw kommt. Aber nicht immer sind die Fahrer Schuld, manchmal liegt die Schuld auch bei den Opfern. Etwa wenn Radfahrer der Meinung sind, Verkehrsregeln gelten prinzipiell nur für die anderen. Unbestritten ist auch, dass etwas passieren muss. Aber leider fällt all den Experten dabei nichts besseres ein, als noch mehr elektronisches Gezampel, wie etwa einen "elektronischen Abbiegeassistenten" in die Autos zu bauen, nicht ohne für diesen unpraktikablen Vorschlag laut auf das Trömmelchen zu hauen und eine gesetzliche Verankerung zu fordern. Mein lieber Scholli...

Dabei könnte alles so einfach sein, und kostengünstig obendrein: Einfach an den Kreuzungen einen Spiegel an der Ampel aufhängen um das Sichtfeld rechts des Fahrzeugs für den Fahrer zu vergrößern. Das klappt in Amsterdam super! Mit besserer Sicht verringert sich das Unfallrisiko deutlich. Wenn jetzt noch jemand den Radfahrern verrät, dass Verkehrsregeln auch für sie gelten, dann sollte das Unfallrisiko doch wohl beinah gänzlich ausgeschaltet sein, oder?!