Freitag, 20. Juli 2018

Innenminister - kann ich auch aber in gut


[/Meinung] Früher, als Computer noch Dampfbetrieben waren und als der Strom noch aus Holz war, da war nicht nur alles besser, mitunter war auch vieles einfacher. Da gab es noch Klarheit und wenig Verwirrung. Es war zum Beispiel völlig klar, dass eine Wurst aus Fleisch gemacht wird, dass Mädchen hübsche Kleider tragen und mit Puppen spielen und Jungs keine Kleider tragen und nicht mit Puppen spielen. Heute ist vieles anders. Anna fliegt bei der Bundeswehr einen Kampfhubschrauber, Guido trägt im Genderwahn gerne im Büro ein Kleidchen und Wurst ist entweder aus Soja oder heißt mit Vornamen Conchita, hat Haare am Kinn und kann singen wie ein Rotkehlchen und ein Regensburger Domspatz, gemeinsam, im Dütt äh Duett. Der Irrsinn greift um sich. Kein Wunder, dass auch im Innenmisterium alles aus den Fugen gerät.

Statt einmal sinnvoll seinen eigentlichen innenmisterialen Aufgaben wie dem inländischen Bürokratieabbau, Bauen und Wohnen, einer vernünftigen Reform der Bildung und des Meldewesens oder der Verwaltungsmodernisierung nachzukommen und sich der Förderung der Politischen Bildung und des gesellschaftlichen Zusammenhalts zu widmen, arbeitet sich der Seehofer Horst fleißig an Zuwanderern, Flüchtlingen Asylanten, Salafisten, Islamisten und Terroristen ab. Ist ja eh alles das Gleiche, Ja ja, fleißig ist der dabei, der Horsti, mit seinem 63-Punkte-Plan. Schade bloß, dass das Ganze den Verdacht auf einen kapitalen irreparablen Dachschaden zulässt.

Seehofers 63-Punkte-Plan ist in etwa so sinnvoll, wie wenn man einem Menschen mit Lungenentzündung Antibiotika verabreicht während man ihn gleichzeitig weiter mit nassen Socken draußen in der eiskalten Pfütze stehen lässt. Und jeder wundert sich, warum das Fieber steigt und das verdammte Aas nicht gesund wird. Mein lieber Scholli, da muss erst jenseits der Millionen Experten in tausenden Medien so eine Knalltüte wie ich kommen, um eine Lösung für die Flüchtlingspolitik zu präsentieren. Okay, einer muss es ja machen, also uffpasse:

Wie wäre es damit, den Menschen statt in sogenannten Anker-Zentren rund um die europäischen Grenzen bereits in ihren Heimatländern entgegenzutreten? Etwa mit dem Bau möglicher Berufsbildungszentren in den afrikanischen Ländern, aus denen die meisten Zuwanderer kommen? Dort könnte die EU den Menschen durch die Vermittlung unserer Sprache und qualifizierter beruflicher Kenntnisse Perspektiven eröffnen. Gleichzeitig könnte man den Menschen dort unsere gesellschaftlichen Werte und die Grundlagen unseres Zusammenlebens vermitteln. Derart ausgebildete Arbeitskräfte wären viel leichter in unsere Gesellschaft zu integrieren denn sie wissen schon vorher was auf sie zukommt. Und sie kämen mit einer Perspektive, es gäbe also keinen Grund überhaupt erst kriminell zu werden.

Da könnten sich sogar Unternehmen direkt beteiligen um Fachkräfte zu rekrutieren, die man auf dem heimischen Markt längst nicht mehr findet. Wer aber letztlich die Fahrkarte nach Europa bekommt, würde in der Zeit der dreijährigen Ausbildung über ein Punktesystem ermittelt. Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Sorgfalt, kulturelle Toleranz und Einsatzbereitschaft sind etwa Kriterien, die in ein solches Punktesystem einfließen könnten.

Wahrscheinlich wird nicht jeder diesen Anforderungen gerecht, trotzdem fällt niemand hinten vom Tisch. Teilnehmer dieses Bildungsprogramms, denen die Integration in Europa schwer fallen würden, die also nicht die erforderliche Punktzahl erreichen, hätten dann zumindest so viel Wissen erlangt, dass die Chancen für den Aufbau einer wirtschaftlichen Existenz im Heimatland wesentlich gestiegen sind. Ich finde das wäre eine nachhaltige Lösung und eine klassische Win-Win-Situation. Zumindest wäre das aber deutlich humaner, als bedürftigen Menschen an der Grenze erstmal in die Fresse zu hauen. Und Islamisten, Salafisten und Terroristen erkennt man so auch viel leichter.

Und wenn wir dann auch noch aufhören könnten, Schwellen- und Entwicklungsländern eine aggressive EU-Wirtschaftspolitik aufzuzwingen, mit der wir die wirtschaftlichen Grundlagen dieser Länder nachhaltig und immer wieder aufs Neue zerstören, wenn wir unseren Giftmüll selbst entsorgen statt in Afrika und unsere eigenen Meere leer fischen statt fremde, wenn wir die Überproduktion unserer Billigdrecksjoghurts selbst fressen statt damit in afrikanischen Supermärkten die Existenzen einheimischer Landwirte zu zerstören und wenn wir aufhören unsere scheiß Kriegswaffen in Krisengebiete oder an kriminelle Regime zu verkaufen, dann könnte die Welt schnell eine bessere sein. Und das Beste: Die Menschen blieben da wo sie hingehören - Zuhause. Deswegen glaube ich, ich könnte auch Innenminister - nur eben in gut. Sorry Horst!