Sonntag, 8. Juli 2018

Nur mal eben schnell was umsetzen...

2 Öltanks unter dem Hallendach der Großbackstube Dahlmann in Wuppertal in rund 7 Meter Höhe sind noch immer voll und um zweihundert Grad Celsius heiß. Wie schwer die Dinger sind weiß keiner. Man muss schon genau hinschauen um sie zu finden (Bild: Icke)
Am Samstag gab es mal wieder einen Spezialauftrag. Diesmal in der Großbackstube Dahlmann in Wuppertal. Dort sollte ich die Firma Heuft Thermo-Oel GmbH & Co. KG dabei unterstützen, zwei Öltanks unter der Hallendecke zu demontieren und herunter zu holen. Keine große Sache, versicherte mir unser Chef. Also machte ich mich am Samstag Morgen schnell mal rüber nach Wuppertal um zwei Hübe mit dem Gabelstapler zu machen. Leute, was habe ich gelacht...

Der erste Eindruck, den ich von der Baustelle bekam war das obere Bild. Die zwei Tanks hingen in rund siebeneinhalb Meter Höhe und waren unten, recht und links von Heiz- und Gasrohren umbaut. Wenige Zentimeter über den Tanks befand sich das Hallendach. Ohne Experte für Thermoöltanks zu sein, wusste ich schon im ersten Moment, dass diese Aufgabe niemals mit einem Gabelstapler zu bewältigen ist und das ich einen langen Tag vor mir habe.
Mit einem normalen Gabelstapler war gar nichts zu machen. Wie so oft half uns unser Cooperationspartner, Fa. Neeb, schnell und unbürokratisch mit den passenden Equipment weiter, hier ein Manitou 5055

Nachdem einige Versorgungsrohrleitungen entfernt wurden konnten wir zumindest genug Platz schaffen, damit es für die Tanks überhaupt einen Weg aus dem Leitungswirrwarr gab. Eine Verfahrensweise gab es dafür nicht, Improvisationstalent und Fantasie waren hier gefragt

Artistische Klettereinlagen der Kollegen - ohne Fanggurte und Sicherungsseile ging es nicht aber die Jungs der Fa Heuft können allesamt so gut klettern,  da wird selbst ein Orang Utan neidisch

Zentimeter für Zentimeter kommt der erste Tank aus seinem Versteck unter dem Hallendach. Immer noch gefüllt mit heißem Ölschlamm und über 100° C heiß. Brandblasen waren natürlich inklusive.
Gegen 2 Uhr am Sonntag Morgen sank der zweite mit Tank mit heißem Ölschlamm langsam von der Hallendecke um wie sein Vorgänger den Weg zur Entsorgung anzutreten. 
Ein langer Tag wurde es dann auch. Nach 18 Stunden war es geschafft. Ein unglaublicher Aufwand, den wohl alle Beteiligten bei der Planung gründlich unterschätzt hatten. Dabei muss ich dem Team der Firma Heuft ein großes Kompliment machen, das sind echt klasse Jungs. Besonders habe ich mich aber gefreut, dass selbst mein Chef Sven es sich nicht nehmen ließ, die letzten 8 Stunden in der Nacht zum Sonntag mitzuarbeiten. Da spielte bestimmt auch das schlechte Gewissen eine gewisse Rolle.

Und bei dem guten Bäckermeister Bock haben wir auch keinen schlechten Eindruck hinterlassen, glaube ich. Denn auch heute liegen in den vielen Filialen der Bäckerei Dahlmann wie gewohnt wieder pünktlich die frischen Sonntagsbrötchen und Plunderteilchen parat, ganz so, als wäre nie etwas gewesen. Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass Leute wie wir das Land am Laufen halten.