Mittwoch, 25. Juli 2018

Sehnenriss mit Bursitis

MRT-Aufnahme meiner rechten Schulter (Bild: Icke & 360°)
Obwohl mein außergewöhnlich gutes Aussehen es kaum vermuten lässt ist es eine unumstößliche Tatsache: Auch ich werde älter. Immer öfter zwickt es hier und zwackt es dort. Man merkt deutlich das man langsam in das knackige Alter kommt. In weniger als zwei Jahren werde ich Fünfzig. Beim Blick in den Spiegel kann ich das natürlich nicht glauben. Genau genommen fühle ich mich auch eher wie Dreißig, doch ein kurzes aber herzhaftes Knacken in der rechten Schulter belehrte mich vor etwa 3 Monaten eines Besseren.

Ich weiß nicht, ob das so eine typische Generationengeschichte ist oder ob nur meine Eltern so raderkastendoll sind, jedenfalls haben meine Eltern mir im Laufe der Erziehung beigebracht, dass Krankfeiern irgendwie etwas unanständiges ist. Bei uns schleppte man sich auch mit dem Kopf unterm Arm noch zur Arbeit. Wenn man bei uns krank Zuhause blieb, dann hatte man neben dem körperlichen Verfall gefälligst auch ein schlechtes Gewissen zu haben.

Das finden viele völlig bescheuert, ist es tatsächlich auch, schließlich geht es um den Erhalt der Gesundheit und körperlichen Leistungsfähigkeit. Es zeigt aber auch, dass Zuverlässigkeit, Loyalität und Verantwortungsbewusstsein in meiner Familie keine leeren Floskeln sind. Was soll ich machen? Man kann eben nicht aus seiner Haut. Dementsprechend habe ich nach diesem herzhaften Knacken in meiner Schulter die Zähne zusammen gebissen und weiter gearbeitet. Schon lustig, wie blöd man sein kann. Hätte ich das mal besser gelassen. Aber leider ist man ja immer erst nachher schlauer.

Wer konnte denn auch ahnen, dass da eine Sehne gerissen ist? Solche Sachen passierten eigentlich immer den anderen. Bisher war mein Körper außerordentlich widerstandsfähig, eher so was wie eine Maschine. Das es so kommen könnte, hätte ich nie gedacht. Jedenfalls hat sich das Ganze wunderbar entzündet und wird nun von einer lustigen Bursitis begleitet. Was sich irgendwie nach Buritos anhört, ist eine recht hübsche Schleimbeutelentzündung und fällt für mich in die Kategorie "Alt werden mit Spaß dabei". Ist trotzdem ziemlich unangenehm.

Jetzt habe ich erstmal ein paar Wochen Sendepause um wieder gesund zu werden. Zeit genug, sich über alles mögliche Gedanken zu machen und drüber zu schreiben. Mit etwas Glück geht das Ganze ohne Operation vorbei. Ein paar Wochen Müßiggang werden hoffentlich wieder Ruhe in die Sache bringen. Weniger leckere Medikamente und eine Physiotherapie sollen helfen, damit ich auch in Zukunft wieder fleißig mit dem Flügelchen flattern kann.

Einziger Wermutstropfen: Im Krankenhaus gab es für mich kein Bärchenpflaster. Ist das neu? Finde ich aber scheiße. Egal. Im Anschluss steht dann Urlaub auf Kreta an und wenn ich dann wieder zur Arbeit komme, kann ich bestimmt wieder Bäume ausreißen. Oder vielleicht eher Büsche! Ähm, gut Blumen...! Aber Gras, Gras geht ja immer...!